„Wenn ich vergnügt bin, muss ich singen.“

Unsere Praktikantin Johanna Mittelgöker sprach mit Stephan Clemens darüber, wie es ist als Schauspieler bei  „Comedian Harmonists in Concert“ mitzuwirken.

J.M.: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie bei einem Programm wie den „Comedian Harmonists in Concert“, einem Gesangsabend, mitmachen?

Gesungen habe ich schon immer gerne. Ich habe zwar keine Gesangsausbildung, habe mir aber schon vor meinem Schauspielstudium ein Repertoire an alten Schlagern aus den 20er und 30er Jahren aufgebaut. Um das Jahr 2000 kam ein Stück über die „Comedian Harmonists“ vom Autorenteam Franz Wittenbrink und Gottfried Greiffenhagen heraus, das auch am Braunschweiger Staatstheater gespielt werden sollte. Eine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich habe mich beworben, wurde eingeladen und schließlich auch genommen. Leicht war es nicht, denn der musikalische Leiter hat uns ein sehr schwieriges Lied der „Comedian Harmonists“ geschickt: „Mein lieber Schatz, bist du aus Spanien?“. Es gab keine Kassette oder CD dazu, sondern nur die Noten, mit denen man selbstständig die zweite Stimme vorbereiten sollte. Damals war ich in Bremerhaven als Gast am Theater und kannte dort zum Glück einen sehr netten Korrepetitor, der das Lied mit mir eingestimmt hat.

J.M.: Was muss man als Schauspieler für so einen Abend mitbringen?

„Comedian Harmonists in Concert“ ist reines Gesangsprogramm. Wenn man mitten im Lied den Text vergisst, geht die Musik trotzdem weiter. Beim Schauspiel kann man da manchmal noch ein bisschen improvisieren. Sänger müssen aber auf den Punkt kommen – da merkt man sofort jeden Patzer. Vor allem muss man beim Gesang die Emotion in die Musik hinein transportieren.

J.M.: Wie verliefen damals, zu Produktionsbeginn, die ersten (Gesangs-)Proben ab?

Wir hatten einen Monat lang nur Gesangsproben, ohne schauspielerische Übungen. Das war ganz wichtig. Die originalen „Comedian Harmonists“ haben sich ja auch erst nach ungefähr einem Jahr getraut, sich zu einem ersten Vorsingen anzumelden. Es war eine ganz tolle Zeit, von der ich heute noch profitiere, eine Art Blaupause für musikalische Arbeit. Wir haben uns minuziös und mit ganz viel Ruhe an die einzelnen Stimmen herangetastet. Das war eine sehr diffizile Arbeit. Unser musikalischer Leiter Ralf Schurbohm hat das super gemacht. Er ist selbst ein ganz toller Musiker. Ich zehre heute noch von dieser tollen Arbeit: Der Genauigkeit, der Professionalität und auch der Ernsthaftigkeit.

J.M.: Was ist das Besondere daran, A-cappella zu singen?

Das Schöne am Satzgesang ist, dass man merkt, wie sich Einzelstimmen aufbauen und am Ende einen satten Klang haben: wie aus einer Kehle.

J.M.: Es wird neben Gesang und Tanzeinlagen auch die Geschichte der „Comedian Harmonists“ erzählt. Was können die Zuschauer also erwarten?

Der Schwerpunkt ist natürlich Konzert und Show. Es ist unterhaltsam, es macht Spaß, zuzuhören und es ist kurzweilig, stimmt aber auch nachdenklich, wie die Geschichte der Gruppe eben auch. Am Anfang hatten sie es erst unheimlich schwer. Dann kam der Wahnsinns-Erfolg und mit dem Nationalsozialismus ging es wieder bergab. Es ist traurig und schade, dass die Gruppe auseinandergebrechen musste. Das versuchen wir  bei unserem Abend auch ein bisschen zu vermitteln.

J.M.: Welches der Lieder ist Ihr persönlicher Favorit?

Mein Lieblingslied, das auch in unserem Programm ist, heißt „Wenn ich vergnügt bin, muss ich singen“. Das Lied ist nicht ganz einfach, aber wirklich schön. Das singe ich total gerne.

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